19.8.13
Go West!
Es reicht. Seit Monaten quäle ich mich selber mit den Berichten von großartigen Motorradtouren anderer, jetzt bin ich auch mal dran. In wenigen Stunden geht es los, die Straßen der westlichen Nachbarländer warten. 14 Tage Motorrad-Camping sind angesagt, die BMW ist schon bepack. Sorgen wegen der Minimal-Sitzbank mach' ich mir jetzt schon. Eine grobe Route findet sich oben, die Details ergeben sich auf dem Weg. So muss es sein.
In diesem Sinne: Bis bald.
P.S. Fotos und Notizen dazu kommen sicher und vielleicht auch schon von unterwegs...
16.8.13
14.8.13
Sommerkleidung, Winterkleidung
Aus der All-Black-Phase bin ich zwar seit ein paar Jahren raus, aber die grundsätzliche Einstellung gefällt mir.
(via RocketGarage)
10.8.13
Suzuki TL 1000 von Marco Belli
Knapp 1000 Kubik, 92 PS, unter 200 kg Leergewicht: Ihre Leistungsdaten machen die Suzuki TL 1000 auf der Straße zu einem veritablen Bolzen. Auf losem Untergrund hingegen dürfte der Charakter des giftigen Zweizylinders für die meisten Piloten schlicht zu viel des Guten sein.
Marco Belli hat da keine Probleme. Im Gegenteil, dem Fahrer des italienischen Bahnsport-Spezialisten Zaeta war die Serien-TL 1000 noch zu schwer und der Motor nicht potent genug. Ein umfangreiches Tuningpaket später war letzteres "Problem" schonmal behoben, über 100 PS drückt die überarbeitete Suzuki nun in den Schotter. Damit nicht genug, wanderten auch noch Verkleidungsteile, Instrumente, Scheinwerfer und Schalldämpfer in dunkle Ecken des Zaeta-Lagers. So entstand Platz für eine dezente Kombination aus Mini-Tank und Tracker-Heck, jeweils aus Kunststoff gefertigt, einen sehr kurzen Schalldämpfer und einen schlichten kleinen Rundscheinwerfer.
Das Resultat sieht schon im Stand gleichzeitig brutal und elegant aus, wie gemacht zum staubigen Schönschreiben. Einen ausreichend irren Piloten vorausgesetzt.
TL 1000 im Original:
(via RocketGarageCafeRacer)
7.8.13
Fernweh deluxe - Chris Hill-Scotts Euro-Trip
Direkt neben meinen Monitor habe ich leichtsinnigerweise einen Globus gestellt. Der ist nicht nur optisch eine Wonne, sondern auch ein Geschenk meiner Herzdame, und ich schätze ihn entsprechend. Dabei ist er extrem gefährlich. Sobald mein Blick von der Bildschirmarbeit weg hin zum Miniatur-Planeten wandert, packt mich das Fernweh und will mich in die Garage zerren. Und das gibt jedes Mal einen harten Kampf, bei dem meine Arbeitsmoral meist nur denkbar knapp die Oberhand behält.
Chris Hill-Scott, "BMX-Fotograf und -Journalist" (geiler Job) aus England, hat diesen Kampf einmal zu oft verloren und sich in diesem Sommer auf eine Reise durch Europa gemacht. Auf dem Rücken einer wenig glamourösen, aber zuverlässigen SV 650 ging es an 62 Tagen über 10947 Kilometer Strasse durch mehr europäische Länder, als mancher Erstwähler aufzählen kann. Strand und Wüste, Schnee und Sturm, Autobahn und Eselspfad - die komplette Bandbreite der Motorradreise verschwand unter Chris' Reifen und landete vor seinem Objektiv.
Formschön und sprachlich ansprechend aufbereitet, erwuchs aus diesen Zutaten das Archiv einer Reise fürs Leben, die so nur auf dem eigenen Kraftrad und mit rudimentärer Ausrüstung möglich ist. Aber Achtung: Die zahlreichen Bilder von abgeschiedenen, wilden Schlafplätzen sind perfekte Nährlösung für ernsthaftes Fernweh und eigentlich nur durch sofortige Abreise zu kurieren.
Der Blick auf den heimischen Globus hilft dabei nur kurzfristig, irgendwann gibt jede ökonomische Disziplin klein bei. Auf den Tag freu ich mich jetzt schon.
(via Quis)
4.8.13
"Hemi Ride - KØNIGREICH KLITMØLLER" von Faust & Heisler
Dann habe ich zufällig "Hemi Ride" von Motoraver-Mastermind Faust&Heisler bzw. Helge Thomsen gesehen. Darin fährt der mit vier Kumpels auf denkbar unterschiedlichen und originellen Maschinen (z.B. XBR-Scrambler, XJR 1300-Bobber und Harley-Tracker) gen Norden: vom nordischen Königreich (da will ich auch mal wohnen, wenn ich groß bin) nach Klitmøller, Dänemark. Circa 500 Kilometer komfortabel asphaltierte Strecke, keine Berge, keine unnötige Dramatik. Nur sanftes Zylinder-Schlendern, philosophische Exzesse und schöne Bilder von schönen Maschinen und schönen Landschaften.
Grandioses Benzin-Kino, das dank origineller Details auch nach einigen Wiederholungen nicht an Reiz verliert. Und das alles auf Deutsch. Danke dafür, Helge.
31.7.13
Motocamping auf El Solitario-Art
El Solitario MC, das Künstlerkollektiv unter den Schrauberbuden, residiert bekanntlich im spanischen Vigo, nahe der portugiesischen Grenze. Nach dem geeigneten Ziel für ein paar Tage Motorrad-Zelt-Vergnügen mussten die Ponchostricker da nicht lange suchen: Wenige Stunden Fahrt nördlich von Vigo erstreckt sich die "Todesküste" Costa da Morte. Angst muss man vor der aber nicht haben, der morbide Name entstammt noch dem Mittelalter und steht heute für kitschig-wilde Einsamkeit. Da kann man schon neidisch sein.
Zum Glück haben die Spanier von dieser Naturkulisse (und natürlich sich selber) während ihrer Tour aber einige Fotos gemacht. Auf denen sieht man nicht nur spektakuläre Küsten und bizarre Motorräder, sondern wird sich auch einer wichtigen Konstante bewusst: Jede Kurve senkt das Fernweh.
Besonders wenn man eine Fahrradklingel am Lenker hat.
(via ElSolitario)
28.7.13
Harley Sportster 1200 "Mechadoll" von Crabmotors
Seit dem Burly Brand-Scrambler hab ich ja einen Narren an Harley-Drecksviechern gefressen. Viel stilvoller kann man den ganzen Zahnarzt-Rockern schließlich gar nicht zeigen, was Milwaukee-Twins früher einmal waren: Motorräder, nicht Poser-Kutschen.
Bei Crabmotors sieht man das offensichtlich ähnlich. Mit Hingabe reduzieren die Schweizer V-Twins aufs Wesentliche und inszenieren so schön minimalistisch den unbestrittenen Charme der Harley-Aggregate. Ergänzt um nur ein Mindestmaß an Technik und Verkleidung, gebettet in einen Rahmen mit sichtbar sportlicher Geometrie, wird der Ami-Zweizylinder zum Herzstück eines rustikalen Gelände-Gauls. Ein Arbeitspferd, das vielleicht nicht von Gipfel zu Gipfel springt, schnaufend und ächzend aber (fast)überall hochkommt.
Eine Ode an Acker und Geäst, von Lorenz Richard auf die einzig stilvolle Art abgelichtet: gnadenlos dreckig.
1200 Sportster im Original:
(via Sideburn)
25.7.13
"Chasing Winter" von Aether
An jedem Strand dieser Welt, den mehr als ein Surfer kennt, steht irgendwo immer ein Mopped rum, mit dem ein Jungspund seine Surfbretter zum Wasser kutschiert. Das bietet sich aber natürlich auch an, Motorradfahren und Surfen verträgt sich ja traditionell gut mit einsamen Stränden und warmen Wetter.
Skier oder Snowboards an sein Krad zu binden und damit am Skilift vorzufahren, liegt da weniger nahe. Irgendwie sind ein paar Aether-Jungs, die sonst Funktonsjacken designen und verkaufen, aber trotzdem auf die Idee gekommen. Auf einigen (immer noch hässlichen) GSen ging es quer durch die Rocky Mountains, immer dem Schneetreiben nach. "Endless Winter" sozusagen, gerade deshalb gut, weil es so bescheuert ist.
Spätestens nach dem Schneesturm wär ich dann aber wohl doch zum Strand abgebogen.
(via Silodrome)
Skier oder Snowboards an sein Krad zu binden und damit am Skilift vorzufahren, liegt da weniger nahe. Irgendwie sind ein paar Aether-Jungs, die sonst Funktonsjacken designen und verkaufen, aber trotzdem auf die Idee gekommen. Auf einigen (immer noch hässlichen) GSen ging es quer durch die Rocky Mountains, immer dem Schneetreiben nach. "Endless Winter" sozusagen, gerade deshalb gut, weil es so bescheuert ist.
Spätestens nach dem Schneesturm wär ich dann aber wohl doch zum Strand abgebogen.
(via Silodrome)
22.7.13
Holz-Knieschleifer
Mein /7-Boxer und ich sind uns einig: Schräglagen machen Spaß, aber nur bis zu einem gewissen Maß bzw. Grad. Entsprechend bin ich im Alltag immer Welten davon entfernt, mein Knie Rossi-artig über den Asphalt schleifen zu lassen. Was mir mein Orthopäde bis heute dankt.
Wäre das anders, bräuchte ich aber natürlich Knieschleifer. Und bräuchte ich solche, würde ich sie von Power-Face kaufen. Die Sachsen bemühen für die Fertigung ihrer relativ sachlichen, angenehm unbunten Pads nämlich nicht den üblichen Kunststoff, sondern heimische Weißbuche. Die überzeugt nicht nur optisch, sondern auch technisch in jeder Hinsicht, und ist dazu noch recht erschwinglich. So entsteht ein wirtschaftlich sinnvolles Produkt, das einen regenerativen Rohstoff mit klassischem Handwerk und modernen Konzepten verbindet. Charmant.
Trotzdem gut, dass ich für die Dinger keine Verwendung habe.
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