19.11.13

Comeback: Yamaha SR 400


Ein paar Tage ist die EICMA jetzt her und so langsam setzt sich der aufgewirbelte Staub. Es gab häßliche Manga-Motorräder, indische Harleys und andere neue Kuriositäten. Wirklich spannend war aber keine der Neuheiten, sondern das Comeback eines Klassikers: 14 Jahre, nachdem Yamaha in Europa den Verkauf ihres Kult-Einzylinders SR 500 einstellte, kommt der Traum vieler Customizer jetzt wieder in die Alte Welt zurück. Zwar "nur" in der japanischen Ausgabe als SR 400 und mit Einspritzung, aber dafür immer noch mit Kickstarter und purer Mechanik. Ein Traum. Und der Beweis dafür, dass Yamaha die Zeichen der Zeit erkannt hat.

PR-technisch haben sich die Japaner dabei nicht lumpen lassen und mit Heiwa und den Wrenchmonkees zwei Custom-Koryphäen eingespannt, die sich am neuen alten Mopped einmal austoben sollten. Entstanden sind so zwei sehr unterschiedliche, auf jeden Fall aber schöne Beispiel dafür, was man - etwas Talent, Geld und Zeit - vorausgesetzt, aus der SR machen kann.






Gut, etwas laschere Zulassungsbestimmungen sind auch hilfreich. Wie immer.

(via GenerationBobber)

5.11.13

BMW R80/7 von Hammer Kraftrad


Aktuell sind Bobber auf Basis klassischer Boxer ja ein großes Ding. Kingston macht's elegant, Bobbermania rustikaler und zu Rolf Reicks (Krautmotors) Wehrmachts-Granate muss man ja eh nichts mehr sagen. Eine illustre Runde, in die sich seit kurzem auch Michael Hammer einreiht. Der hat - laut eigener Aussage - in diesem Jahr seine "Passion" zum (Neben?)Job gemacht und baut im südlichen Deutschland Motorräder um. Und besonders gern eben Zweiventiler zu Bobbern.

Jüngstes Beispiel dafür ist eine R80/7, die nach der Hammer-Behandlung eine angenehm leichte Linie trägt, was bei Boxern bekanntlich nicht so einfach ist. Erreicht wurde das über einen schlanken Japan-Youngtimer-Tank, eine nur leicht gekürzte Gabel und - ganz wichtig - für Bobber-Verhältnisse schmale Reifen. Das mitschwingende Schutzblech hinten ist Standard, aber gut gemacht, die Lackierung schlicht, aber hochwertig, der Scheinwerfer - Überraschung - von Bates. Auffälliger weil seltener ist da der 2-in-1-Krümmer, der die linke Seite optisch sehr leicht macht.

Zugegeben, ein nie dagewesener Geniestreich ist das alles nicht, überzeugt aber mit schlichter Konsequenz und handwerklichem Sachverstand. Deutlich wird der besonders an der interessantesten Stelle eines Boxer-Bobbers: dem Übergang Stoßdämpfer-Rahmen. Während hier TÜV-bedingt oft Hilfskonstruktionen genutzt werden, hat Hammer mit einer sehr direkten Variante den Prüfersegen erhalten. Und das spricht eben entweder für die Qualität der Arbeit oder verdammt gute Connections.

R80/7 im Original:


(via GenerationBobber)

28.10.13

Yamaha XS 400 von Short Cut Choppers


Schon seltsam: Die einst als langweilig verschriene, zierlich dimensionierte XS 400 gewinnt inzwischen auch Custom-Wettbewerbe, aber immer in Form eines Scramblers oder Café Racers. Dabei bietet der stabile Reihen-Zweizylinders doch so viel mehr Möglichkeiten, wie Tjeerd von Short Cut Choppers beweist.

Dazu hat er sich erstmal von praktisch allen Serien-Teilen verabschiedet, die nicht Rahmen, Motor, Gabel oder Hinterrad heißen. Dann kommt die Chopper-Metamorphose: Die Gabel verliert sechs Zentimeter, die Schwinge kriegt sie drauf und die Linie des Heckrahmens bekommt einen Brat-artigen Schwung nach unten. In Holland schert das ja keinen.

Ergänzt wird diese Grundgerüst durch einen markanten 21 Zoll-Reifen vorne, kurze Schalldämpfer und einen handgedengelten Coffin-Tank. Damit rollt und fährt die Kiste schonmal, wenn auch unkomfortabel. Ein kurioser Scheinwerfer, Z-Lenker, kurze Stoßdämpfer, noch kürzere Schutzbleche und ein Einzelsitz lösen das Problem. Nette Details wie Krümmerband, freies Rahmendreieck, seitliches Rücklicht und Retro-Lack dürfen natürlich nicht fehlen und sorgen für das gewisse Outlaw-Extra. Fertig.

Auch so gewinnt man Preise.

XS 400 im Original:

(via ShortCutChoppers)

25.10.13

Werkzeug


Irgendwann, ich glaube fest daran, nenne ich eine ausgewachsene Hinterhofwerkstatt mein Eigen. Und wenn es so weit ist, hat alles seine feste Ordnung. Anfangs zumindest.

(via Scrambleration)

21.10.13

Boxer-Trip



Anlässlich des Retro-Boxers hat BMW vor wenigen Tagen ein Marketing-Video auf die schraubende Menschheit losgelassen, das recht gelungen ist, leider aber nach dickem Budget stinkt. Dass es auch anders geht, zeigen Götz Göppert und Kollegen. In einer kleinen Gruppe flanieren die nämlich auf unterschiedlichen Boxer-Generationen durchs Gebirge, geben dabei allerhand Blödsinn von sich und haben ein Haufen Spaß. Was dann letztlich mehr über den Geist des Motorradfahrens aussagt, als Hipster-Bärte im Wüstenwind. Aber erklär das mal einem PR-Menschen.

(via 7seven)

17.10.13

Retro-Boxer enthüllt


Nach jahrelangem PR-Gehampel ist heute der Vorhang gefallen, BMW zeigt erste (offizielle) Bilder vom hauseigenen Retro-Boxer. Der ist zwar letztlich immer noch ein viel zu schweres, viel zu teures, viel zu modernes Luxus-Ding, bietet aber ordentlich Custom-Potential. Mal sehen, was die globale Bastel-Elite daraus macht. Erste Umbauten dürfte nicht zu lange auf sich warten lassen, man darf gespannt sein.

(via Sideburn)

6.10.13

"Ellaspede Lifestyle" von Ellaspede


Schon klimatisch erfordert das Motorradfahren in Australien natürlich andere Qualitäten als in Mitteleuropa. Entsprechend beschäftigen sich die Down-Under-Customizer von Ellaspede in ihrem "Lifestyle"-Video auch in erster Linie damit, gut auszusehen, zu feiern und auf beeindruckende Sandstrände zuzufahren. Wenn vor das eigene Fenster nur der Regen klatscht, kann man da schon neidisch werden.

Das und alles Hipster-Gebashe ändert aber nichts daran, dass das Hause Ellaspede mehr als einen seltsamen Nahem zu bieten hat. Nicht zuletzt hat man sich dort um die so hässliche wie von Customizern gemiedene GS 500 gekümmert. Mit überraschend positivem Ausgang übrigens, wie auch obiges Video zeigt.

Aber gut, zwischen photogenen Menschen, Beach-Parties usw.ist das dann auch wieder nicht die große Kunst.

2.10.13

Schrein der Technophilen


Hier ein seltsames Geräusch, da ein unerwarteter Geschwindigkeitsabfall... Gerade ältere Motorräder haben, Pflege hin oder her, immer ihre Macken. Die mag man manchmal schätzen und oft auch nicht, ganz nach Situation und Laune. Auf jeden Fall aber führen diese Unwägbarkeiten auch streng rationale Mopped-Menschen, genügend Asphalt-Erfahrung vorausgesetzt, immer wieder an den Rand des (Aber)Glaubens.

Das kann man belächeln, am Phänomen ändert es nichts. Roger Donaldson, Regisseur von "The World's fastest Indian" (unter dem unsäglichen Titel "Mit Herz und Hand" im deutschen Verleih gelandet), kann offensichtlich ein Lied davon singen.

(via Surfazz)